Systemische Familienaufstellungen

 

 

Systemische Aufstellungsarbeit ist eine kraftvolle Methode aus der systemischen Familientherapie. Familienaufstellungen bieten eine tiefgreifende Möglichkeit, persönliche, familiäre oder auch berufliche Konflikte aufzuspüren und zu lösen. Mithilfe der Aufstellungsarbeit können wir Ängste loslassen, Hilfe bei Depressionen erhalten, neue Lösungsmöglichkeiten entwickeln und unseren inneren Frieden (wieder-) finden. Festgefahrene Verhaltensstrukturen, seelische Blockaden, Beziehungsprobleme, Ursachen von Krankheiten, Probleme mit der Herkunftsfamilie und dergleichen können sich in Harmonie, Liebe, Kraft und Vertrauen verwandeln.

 

Alles was es braucht, ist deine aufrichtige Bereitschaft Veränderung zu wollen!

 

 

Die Geschichte von Familienaufstellungen

 

Ihrem Ursprung nach gehen systemische Aufstellungen u.a. auf die familientherapeutischen Arbeiten von J. Moreno, V. Satir, F. Perls usw. zurück. (Gestaltterapie, Psychodrama, Familien-Skulpturarbeit)

 

B. Hellinger entwickelte daraus in den 80er Jahren das Familienaufstellen als gruppendynamisches Verfahren. Dank seiner Arbeit wurde es möglich, grundlegende Übereinstimmungen in den Strukturen von Familiensystemen zu erkennen. Dadurch wurden immer genauere Aussagen darüber möglich, nach welchen Gesetzmäßigkeiten Familiensysteme funktionieren und wie schicksalshafte Verstrickungen gelöst werden können.

 

Mit der Zeit wurde dieses klassische Verfahren weiterentwickelt, so dass inzwischen unterschiedliche Varianten zu finden sind. Die Methode erlaubt es mittlerweile auch viele andere soziale Strukturen wie z.B. Paarbeziehungen, Arbeitsteams, Gefühle usw. aufzustellen.

 

 

Die Methode

 

System- und Familienaufstellungen sind eine äußerst effektive, lösungsorientierte Methode, bei der verborgene Konflikte und Gefühle aus dem Unterbewusstsein im Raum bildhaft dargestellt und sichtbar gemacht werden. Aufstellungen können auf einer tieferen psychosomatischen Ebene heilende Prozesse in Gang bringen, die alleine durch Gespräche oft nicht erreicht werden.

 

Wiederkehrende alte Verhaltensmuster, festgefahrene Strukturen, Depressionen, Ängste, seelische Blockaden, Ursachen von Krankheiten, "übernommene" Gefühle aus der Familie usw. können sich verändern und in Harmonie, Kraft und Vertrauen verwandeln.

 

Aufstellungen ermöglichen die Erfahrung einer tieferen Verbundenheit und eines tieferen Verständnisses größerer seelischer Zusammenhänge, die sich unserem Alltagsbewusstsein normalerweise entziehen. Sie ermöglichen Zugang zu Bereichen der Seele, die von den etablierten Verfahren der Beratung oder klassischer Psychotherapie selten berührt werden.

 

Schrittweise und mit größter Achtsamkeit werden während der Aufstellung Wege aufgezeigt und gegangen, um festgefahrene Strukturen, Leid und Schmerz aufzulösen, sowie die systemische Ordnung wieder herzustellen. Dadurch gewinnen wir bei akuten Problemen und Konflikten neue Einsichten und es eröffnen sich uns oft ungeahnte Entwicklungs- und Lösungsmöglichkeiten.

 

Während der Aufstellung wird das alte Problembild in eine neue Lösung verändert. Das Problembild wird quasi durch das Lösungsbild ersetzt. Dieses neue positive Bild wirkt im Unterbewusstsein weiter. Dadurch, dass Sie sich verändern bzw. eine neue Sichtweise entwickelt haben, verändern sich die Familiensysteme, Gefühle oder Konflikte auch spürbar im Außen.

 

 

 

Die systemische Ordnung

 

Innerhalb familientherapeutischer Arbeiten konnte beobachtet werden, dass Familiensyteme (bzw. Systeme, in denen Menschen

miteinander in Beziehung treten) nach gewissen Gesetzmäßigkeiten funktionieren. Es sind die Bedingungen:

 

  • Zugehörigkeit und Bindung

 

  • Ordnung

 

  • Ausgleich von Geben und Nehmen

 

Werden diese System-Gesetze eingehalten, entsteht Harmonie und eine Familie kann sich ungehindert entwickeln. Werden diese Gesetze nicht eingehalten (was erfahrungsweise heutzutage in fast jeder Familie allein durch die Traumatisierungen unserer Großeltern/Ahnen aufgrund der letzten beiden Weltkriege nicht mehr gegeben ist) entstehen Störungen und das System gerät in eine Schieflage. In gewisser Weise leben wir mit den Altlasten früherer Generationen, denn einige Probleme, die uns heute berühren, entstanden zu einer anderen Zeit.

 

In Familien gibt es unvorhersehbare Ereignisse, die sich tragisch auswirken können. Väter, Mütter oder Kinder sterben zu früh, Familien fallen auseinander, Krankheiten, Depressionen, Angststörungen oder Behinderungen belasten ganze Familien. Schicksalsereignisse können sich nicht nur unmittelbar auf die Betroffenen, sondern auch auf viele nachfolgende Generationen auswirken und sie darin verstricken. Oftmals übernehmen Kinder die Gefühle von Vorfahren, mischen sich in fremde Schicksale ein, werden krank, verzichten auf Erfolg oder wiederholen leidvolle Erfahrungen ihrer Ahnen.

 

All das geschieht unbewusst immer aus Liebe und Zugehörigkeit zum System, aber diese Einmischung führt zu Verstricklungen von Leid und Mißerfolg über Generationen hinweg. Denn die systemische Ordnung verlangt, das jedes Systemmitglied sein eigenes Schicksal trägt und dafür Verantwortung übernimmt.

 

 

Zugehörigkeit und Bindung

 

Zu einer Familie gehören wir, weil wir in sie hineingeboren werden. Alle Mitglieder einer Familie haben somit ein Recht auf Zugehörigkeit. Nur wenn ausnahmslos alle Mitglieder der Familie einen Platz im System haben und keiner ausgegrenzt oder ausgeschlossen wird, kann das System harmonisch funktionieren. Die Wirklichkeit sieht allerdings oft anders aus, denn ab und zu wird Mitlgiedern das Recht auf Zugehörigkeit verwehrt z.B. wenn Moral- oder Wertvorstellungen einer Familie widersprochen werden oder Familienmitglieder sehr früh verstorben sind. Das System hat dann eine Leerstelle, die von dieser Person jedoch nicht ausgefüllt wird. Die Strukur ist gestört und das System geht in eine Ausgleichsbewegung, oft indem ein Nachgeborener diese Leerstelle füllt.

 

So kann z.B. ein Kind die Sehnsucht verspüren, der früh verstorbenen Mutter in den Tod nachzufolgen. Oder ein Mann kann sein Glück nicht nehmen, weil sein Bruder früh verstorben ist. Auch bei Eltern oder Großeltern beobachten wir nicht selten eine ähnliche Dynamik, sie identifizieren sich unbewußt mit den "Ausgeklammerten" und entwickeln ähnliche Verhaltensweisen und Gefühle. Ein fremdes Schicksal/Leben wird sozusagen unbewusst nachgelebt. Ziel einer Aufstellung ist hierbei, das fehlende Familienmitglied wieder im System zu integrieren und ihm bewusst einen guten Platz in der Familie und im eigenen Herzen zu geben.

 

 

Die Ordnung

 

Damit ein System störungsfrei funktioniert, muss die "systemische Ordnung" eingehalten werden. Das bedeutet, dass jedes Mitglied seinen ihm zustehenden Platz mit den jeweils verbundenen Rollen und Verantwortungen übernimmt. Wer früher da war, nimmt in der Rangfolge der Familie einen höheren Platz ein als einer der später hinzukommt. Das gilt auch für Paar- und Patchworkfamilien sowie alle geborenen und nicht geborenen Kinder der Eltern aus früheren oder außerehelichen Beziehungen.

 

Wenn die natürliche Rangfolge im Verhalten und in der Kommunikation für alle sichtbar ist (d.h. Eltern sind die Großen und tragen ihre Verantwortung), ist die Familie systemisch in Ordnung und jeder fühlt sich gut aufgehoben. Jeder trägt sein eigenes Schicksal, seine Verdienste oder sein Verschulden. Jedoch weisen in der Realität viele Familien hier Unstimmigkeiten auf und dafür gibt es viele Gründe.

 

Zum Beispiel sind Spätere oft bestrebt, für Frühere deren unerledigtes Schicksal stellvertretend zu tragen. Der Betroffene folgt dann einer Dynamik von "Ich erledige oder trage das für dich" und trägt als Späterer das Schicksal des Früheren und denkt in "kindlicher Logik" der andere würde entlastet. Oder es sühnt ein Späterer für die unbeglichene Schuld eines Früheren.

 

Gestört ist die Ordnung z.B. auch, wenn die Kinder in die Belange und Zuständigkeiten ihrer Eltern verwickelt werden und die Rolle als Partnerersatz, Mutter-/ Vaterfiguren, Tröster oder Schlichter spielen. Systemisch gesehen sind Eltern- und Paarrollen sehr wichtige Aufgaben. Werden sie nicht ausgefüllt, hinterlassen sie sozusagen einen "freien Job" der oft von einem Kind übernommen wird. Das Kind verläßt seinen natürlichen Platz und ist damit überfordert, weil es eine Erwachsenenrolle vertritt und nicht mehr ausschließlich Kind sein kann.

 

 

Der Ausgleich von Geben und Nehmen

 

Über die Zugehörigkeit und Ordnung hinaus lässt sich beobachten, dass in Familien ein Bedürfnis nach Ausgleich zwischen Geben und Nehmen bzw. Gewinn und Verlust besteht, das oft mehrere Generationen umfasst.

Hat jemand einen Gewinn auf Kosten anderer erzielt, bezahlt er damit an anderer Stelle mit einem Verlust und gleicht diesen aus. Hat einer einem anderen Schlimmes angetan, bezahlt meist nicht er selbst, sondern einer seiner Nachfahren und gleicht stellvertretend für ihn den Verlust aus. Gerade Kinder versuchen ständig etwas auszugleichen oder vergangene Schuld auf sich zu nehmen ohne das es ihnen bewusst ist. (Text siehe u.a. Holitzka, 2001)

 

 

Der Ablauf einer Familienaufstellung

 

Systemische Familienaufstellungen dienen insbesondere als lösungsorientiertes Coaching bei Ängsten, Konflikten und Blockaden jeglicher Art. Nach einem anfänglichen Gespräch zur Klärung des Aufstellungsziels (ggf. eines Genogrammes) wird das innere Bild des Klienten mittels Stellvertreter und Bodenankern (Din A4 Zettel) im Raum aufgestellt. Auf den einzelnen Positionen bzw. in den Rollen nehmen die Stellvertreter Gefühle oder Körperempfindungen wahr, von denen sie berichten. Damit formt sich ein Bild über bestehende Dynamiken des aufgestellten Themas/Systems.

 

Im Verlauf der Aufstellung wird das ursprüngliche Aufstellungsbild allmählich in ein Lösungbild umgewandelt.

 

Gradmesser für den Erfolg und die Angemessenheit der Lösungsschritte sind die Stellvertreter. Durch positive Veränderungen in der Entfernung, sprachliche Ergänzungen und kreative Techniken/Ritualen kann der Aufstellungsleiter das System zu einem Gleichgewicht bzw. einer Lösung anregen. Gesprochene Lösungssätze oder Platzveränderungen können, so unscheinbar sie vielleicht auch aussehen mögen, eine sehr tiefgreifende Wirkung haben. Voraussetzung dafür ist, sie werden nicht nur dahingesagt oder mechanisch ausgeführt, sondern innerlich authentisch vollzogen.

Aus unserer Erfahrung können wir sagen, dass Aufstellungen offensichtlich ein lebendiges Kraftfeld entwickeln. Die Rückmeldung der Stellvertreter ist erfahrungsgemäß vertrauenswürdig.

 

Die faszinierende Kraft und Wirkung dieser Methode läßt sich durch Beschreibungen nur unzureichend darstellen.

 

Es sind keine Kenntnisse über Familienstellen oder besondere Fähigkeiten nötig, um eine Aufstellung zu machen. Meine Aufstellungen werden in Gruppenseminaren mit Hilfe sogenannter Stellvertreter oder in Einzelsitzungen durchgeführt, wobei hier die Leitung durch Bodenanker die Aufstellung gestaltet.

 

 

 

Du bist herzlich dazu eingeladen meine Arbeit kennen zu lernen und eigene Erfahrungen zu machen

 

 

 

Wann kann eine Aufstellung unterstützend sein?

 

  • Beziehungsprobleme, Erziehungsfragen, ADHS

 

  • Paarkonflikte, Eheprobleme, Streit, Erbschaft, Scheidung

 

  • unerfüllter Kinderwunsch

 

  • Selbstwertprobleme, Selbstliebe stärken

 

  • Krankheiten, Suchterkrankungen, Co-Abhängigkeiten

 

  • Unterstützung bei Entscheidungsfindungen

 

  • Mobbing, Burnout, Work-Life-Balance

 

  • Krisensituationen und Veränderungsprozesse

 

  • Beruf, Karriere, Zukunftsunsicherheiten, Geldprobleme

 

  • Probleme mit dem Chef/Kollegen

 

  • Probleme mit dem Haustier, Tierkommunikation

 

  • Ängste, Depressionen, negative Gefühle, Verhaltensstörungen, seelische Blockaden

 

  • Rückführungen in vergangene Leben

 

  • Trauerbewältigung, Abschied von Verstorbenen nehmen